Biografie

Geboren in dem kleinen Städtchen Salzgitter, entdeckte ich mit 10 Jahren die große weite Welt. Der Umzug in die Großstadt war wie ein Sprung in ein endloses Meer von Gefühlen. Ein cut in der Unbeschwertheit des kindlichen Daseins und seiner Freiheiten. Wie riesig diese Stadt doch war und wie anders seine Menschen. Berlin – die Stadt meiner Jugend, in der ich meine Kindheit verlor. Die Stadt, meiner ersten Lieben, meiner ersten Enttäuschungen, meiner ersten politischen Überzeugungen und meines Kummers. Aber auch das Tor zu einer anderen Welt, der Welt der Klänge.

 

Mein musikalisches Leben begann in Berlin. Ich war 11, als ich auf der Verlobungsfeier meiner Schwester einen Gleichaltrigen bestaunte, wie er vor hunderten von Menschen die Bağlama spielte und tosenden Applaus dafür bekam. In den darauffolgenden Tagen und Wochen lernte ich immer mehr Gleichaltrige kennen, die ebenso dieses Instrument spielten. So fasste ich den Entschluss es auch zu lernen.

 

Mit 12 bat ich meinen Vater, der mich schon immer davon überzeugen wollte das Spielen auf der Bağlama zu erlernen, mir eine Bağlama zu kaufen. So fing ich mit 12 Jahren und einer unglaublich hohen Motivation an, das Spielen auf der Bağlama zu erlernen. Mein Vater war dabei mein größter Unterstützer. Ihm habe ich es zu verdanken, dass ich nie aufgab, egal wie schwer es auch manchmal war.

 

Ein Jahr darauf verliebte ich mich in den harmonischen Klang der Gitarre und beschloss mit 13 das Spielen auf der Gitarre zu erlernen. Hier und da ein paar Akkorde aufgreifend, eignete ich mir zuerst autodidaktisch das Spielen an. Kaum angefangen zu spielen, wurde ich Gitarrist der damals neu gegründeten Musikgruppe Değişim, mit der ich meine ersten Bühnenauftritte hatte.

 

Wir tourten durch Deutschland und spielten auch in Frankreich und in der Schweiz. Doch es genügte mir nicht, denn ich stoß an musikalische und technische Grenzen. Der erste Wendepunkt kam mit 16. Ich lernte meinen Mentor Tzvetan Stojanov kennen. Er war nicht nur ein hervorragender Gitarrist, sondern ein ebenso hervorragender Lehrer und Mentor, dem ich meine Vorliebe an musikalisch-klanglicher Vielfalt und den Bezug zu meinem Instrument zu verdanken habe.

 

Mit 18 zog es mich aufgrund meines Studiums der Soziologie an der Duisburger Universität nach Dortmund. Während meines Grundstudiums trat ich parallel hier und da auf und lernte auch in diesem Abschnitt meines Lebens viele Musiker*innen kennen, die mich musikalisch stark prägten.

 

Meine aktivste Zeit als Musiker begann aber mit dem Umzug nach Bielefeld. Zwischen den Jahren 2004 und 2008 hatte ich zahlreiche Auftritte mit der von mir mitgegründeten Band Hijazz. Nach einer zweijährigen Pause waren wir drei weitere Jahre aktiv.

 

2009, ein Jahr nach Abschluss meines Studiums, zog ich erneut nach Dortmund, um zu arbeiten. Die Jahre 2012 und 2013 waren die bedeutendsten zwei Jahre meiner musikalischen Laufbahn. 2012 lernte ich meinen Produzenten, Bruder und Musikerkollegen Keith Roughhouse Powell kennen, der mir nach wie vor ein wichtiger Wegweiser ist und mich motivierte ein Albumprojekt zu starten.

 

Parallel gründete ich im Jahr 2013 gemeinsam mit 6 weiteren Musikerfreunden das Projekt 7 Stimmen 7 Geschichten, dass bis heute anhält. Auch waren die Jahre 2012 und 2013 so bedeutend, weil ich einerseits so viele und unterschiedliche Musiker*innen kennenlernte, mit denen ich zusammen spielte und auch auftrat. Andererseits stand ich das erste Mal ganz allein auf der Bühne und fing an meine eigenen Lieder zu performen. Diese Erfahrung hat mich so sehr beeindruckt und mich emotional so bewegt, dass ich mich entschieden habe diesen Weg zu gehen und die Erfahrungen, Erlebnisse, Gedanken, Emotionen und auch Wünsche der letzten 20 Jahre in einem Album festzuhalten.